Schulprojekt Zeitkapsel

Schule, Lehm Ton Erde, 29. April 2026
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Raum gilt in pädagogischen Konzepten als dritter Erzieher, indem er Impulse gibt, ermöglicht oder erschwert. 

Unsere Sinneswahrnehmungen beeinflussen  unmittelbar, wie sicher, ausgeglichen und geborgen wir uns fühlen. Lichtstimmungen, Farben, Gerüche, Temperatur, Materialien, ihre Haptik und die allgemeine Raumorganisation wirken direkt auf unsere Wahrnehmung und unterstützen die Regulierung des Nervensystems. Gerade für Schüler:innen die viel ihrer Zeit in Klassenverbänden und -räumen verbringen sind diese Faktoren entscheidend. Material, Raumstruktur, Gruppendynamik und das Gefühl von Geborgenheit in der Schule prägen das tägliche Miteinander maßgeblich.

Im Projekt Zeitkapsel sind wir der Frage nachgegangen, wie Architektur innere Ruhe ermöglichen kann. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit der ERDEN SCHULE und der Paedakoop Privatschule, eine intensivpädagogische Schule mit Schwerpunkt auf der Förderung von Kindern und Jugendlichen mit sozial-emotionalem Unterstützungsbedarf.  Ziel war es, sich mit den eigenen Bedürfnissen im Schulalltag auseinanderzusetzen und darüber hinaus einen tragfähigen Gestaltungsentwurf für einen geschützten Rückzugsraum im Schulalltag zu entwickeln. 

Die gestalterischen und architektonischen Entscheidungen, wie Form, Ausrichtung, Standort, Öffnungen und Oberflächenbeschaffenheit, sind in mehreren Workshops erkundet und ausgearbeitet worden. Die freie Lehm-Arbeit ermöglichte sowohl das Umsetzen spontaner Ideen, sowie das Kennenlernen von Materialkenntnissen, Mischverhältnissen, und statischen Anforderungen an die geplante Skulptur. Bedürfnisse nach Rückzug, nach Schutz und Dunkelheit sowie nach warmen, haptischen und weichen Materialien kamen klar zum Ausdruck. Herausfordernd war jedenfalls für die Schüler:innen das Ausloten der eigenen Vorstellungen mit den Ideen Anderer. 

Als architektonische Inspiration zur Ausgangsfrage Wie Architektur Ruhe ermöglichen kann nahmen wir die natürlichen Geometrien von in der Natur vorkommender Frucht und Samenkapseln. Die harte Aussenhaut einer Kapseln umhüllt und schützt. Sie sind kleine wundersame, stabile und raffiniert gebaute Kunstwerke der Natur. Die Form der gebauten Intervention im Schulgebäude wird diese Metapher aufnehmen.

Das Bauen der Zeitkapsel ermöglicht den Schüler:innen ästehtisch-kreative Bauprozesse. Das kontinuierliches Fortschreiten der Grundidee, bis hin zur Realisierung schafft Möglichkeiten die Prozesse Entwurf und Umsetzung intensiv mitzuerleben. Es ist ein partizipativer Prozess, sowohl baulich und sozial-emotional, indem individuelle Ideen zu Gusten des größeren Ganzen zusammenfließen. Langfristig bleibt die Zeitkapsel als Raum im Raum im Schulgebäude erhalten und schafft als leiser Ort aus Lehm Impulse zum Innehalten und Verweilen. 

 

 

Material mischen, Volumen ermitteln und Gewicht berechnen 

Der bereits begonnene Bauprozess zeigt deutlich, dass der Gesamtentwurf angenommen und unterstützt wird. Das Bauen macht jedenfalls Spass, und die individuellen und teils divergierenden Ideen haben aktuell keine Relevanz. Sie können aber im weiteren Verlauf in akstrakter Form in Farb- und Oberflächengestaltung zum Ausdruck kommen. 

Die Entwurfsphase des Projektes wurde gefördert vom Bundesministerium für Bildung. Die Bauphase wird zusätzlich unterstützt vom Vorarlberger Kinderdorf, Double Check, und Lehm Ton Erde Baukunst GmbH.

Durchgeführt wird das Projekt von Anna-Pia Rauch, mit Unterstützung von Fatih Türeci, Lorenz Kastner und Martin Rauch.

Herzlichen Dank gilt allen beteiligten Schüler:innen, dem Team der Paedakoop, im Besonderen Karin Summer, Martin Moser und Alexandra Heinzle.

 

Baukulturelle Vermittlung der Erden Schule